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Kleine Bayernkunde

Was wäre Bayern ohne seine Tradition? Und ohne die vielen Klischees zu Land und Leuten? Wir haben einige der wichtigsten Klassiker gesammelt und zeigen – ganz vorurteilsfrei –, was dahintersteckt.

Ein Partner fürs Leben

Darüber sind sich wahre Lederhosen-Liebhaber einig: Die Lederhose ist das einzige Kleidungs- stück, das schöner wird, je ausgiebiger es getragen wird. Egal, ob kurz, knie- oder knöchel- lang – Hauptsache, die (abgenutzte) Optik stimmt. Der Superlativ unter den Lederhosen ist die „Krachlederne“: Sie besticht durch eine perfekte (speckig-fleckige) Patina und steht auch möglichst ohne Männerbeine noch. Tipp: Wer sich nicht auf Anhieb als „Zuagroaster“ outen möchte, präpariert seine neue Errungenschaft am besten schon vor dem ersten Tragen mit Bier und klebrigen Hendl-Fingern.

Hollywood in Füssen

Betrachtet man Schloss Neuschwanstein oberhalb von Hohenschwangau bei Füssen im Morgennebel, so könnte man es leicht für eine Hollywood-Kulisse in einem Mittelalter- Melodram halten – so perfekt entspricht das Gebäude den Klischees von dieser Zeit. Vor allem außereuropäische Touristen betrachten Ludwigs II. berühmtestes Schloss im festen Glauben, ein mittelalterliches Bauwerk vor sich zu sehen. Tatsächlich wurde mit dem Bau erst 1869 begonnen. Mit seinen Entwürfen verwirklichte Christian Jank Ludwigs II. idealisierte Vorstellung einer mittelalterlichen Ritterburg. Heute gilt Neuschwanstein als Hauptwerk des Historismus.

Unser Fräulein Rührmichnichtan

Keine Pflanze verbindet man mehr mit Bayern als das Edelweiß. Ob als Kettenanhänger, Brosche oder Trachtenschmuck ist die weiße Blüte, die streng genommen gar keine ist, fester Bestandteil von Dirndl, Lederhose und Co. Nicht anzuraten ist es allerdings, sich mit einem Original-Edelweiß aus den Bergen zu schmücken, steht es doch unter strengem Naturschutz in den Alpenländern Deutschland, Schweiz und Österreich.

Listiger Brauch

In einem typischen bayerischen Dorf darf er nicht fehlen – der Maibaum, der, traditionellerweise weiß-blau bemalt und bunt geschmückt, am größten Platz des Dorfes prangt. Ein Prachtstück, das es zu verteidigen gilt. So versuchen Burschenschaften und Vereine alljährlich, in hinterlistiger Art und Weise den Baum des Nachbardorfes zu stehlen. Gelingt dies, wird in Naturalien ausgelöst. Oder aber der Baum wandert als „Schandbaum“ und zusätzlicher Segensbringer ins Dorf der siegreichen neuen Besitzer.

Die Metamorphosen des Münchner Kindls

Mit über 400 Amtsjahren kann das Münchner Kindl auf ein bewegtes Leben zurückschauen. Geboren wurde es im 16. Jhd. als Mönch und stand geschmückt mit goldgeränderter schwarzer Kutte und roten Schuhen im Zentrum des silbernen Stadtwappens – in der Linken ein rotes Eidbuch, die Rechte zum Schwur erhoben. Verschiedene Künstler machten sich im Laufe der Jahre an eine Vervolkstümlichung der Figur. So wurde der Mönch zunehmend verkindlicht. Und damit nicht genug: Er musste auch sein Geschlecht wechseln – was ihn wohl endgültig den heiligen Stand gekostet haben dürfte. Der vorläufig letzte Akt: die Auferstehung des Münchner Kindls als Botschafterin von München, die alljährlich den Einzug der Wies’n-Wirte anführt. Hierzu musste das Kindl wieder älter und weiblicher werden. Das eine zur Freude der Wies’n Besucher. Das andere zur Beruhigung der Ordnungshüter. Das Eidbuch wurde nämlich inzwischen durch einen Maßkrug ersetzt. Und der Biergenuss ist auch in Bayern erst ab sechzehn erlaubt.

Zwischen Tradition und Moderne

Landeshauptstadt, das größte Dorf der Welt, Weltstadt mit Herz – das ist München. Wer München hört, denkt an Lebensqualität, gepaart mit Wirtschaftskraft. So etablierte sich die Mönchsstadt (von apud Munichen, „bei den Mönchen“) als Standort von zahlreichen Hightech- und Dienstleistungs-Unternehmen. Eine Entwicklung, die sich auch in der Stadtarchitektur widerspiegelt: Galt bis in die frühen 1980er Jahre noch die 99-Meter-Regel (kein Gebäude durfte höher sein als die 99 Meter hohe Frauenkirche), so prägen seit der Jahrtausendwende immer mehr Hochhäuser das Erscheinungsbild des modernen Münchens.

Vom Dämonenschreck zum Liebessymbol

Bereits vor 5.000 Jahren nutzten die alten Ägypter mit Honig und Gewürzen zubereitete Teigfladen zur Vertreibung böser Geister. In den mittelalterlichen Klöstern Europas schätzte man den Honigkuchen wegen seiner angeblich heilenden Wirkung. Den Lebkuchen, wie wir ihn heute kennen, kreierten die ersten „Lebküchner“ im 16. Jahrhundert wohl in Nürnberg: Sie süßten den Rührteig mit Zucker. In München hat das herb-süße Gebäck eine besondere Tradition, gilt das Lebkuchenherz doch als beliebtestes Souvenir der Wies’n. So wandern hier zur Oktoberfestzeit jedes Jahr geschätzte zwei bis drei Millionen der gebackenen Herzen über die Tresen.

Wo noch echte Bayern leben

Die Alpen sind das höchste Gebirge im Inneren Europas und ein einzigartiger Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. In Bayern hätte man die Alpen gerne für sich – schon aus fremdenverkehrswirtschaftlichen Gründen. Tatsächlich muss man sie aber mit weiteren acht Alpenstaaten teilen. Den höchsten Alpengipfel kann man in Bayern leider nicht vorweisen. Und auch den Ötzi hat man nicht in den bayerischen Alpen gefunden. Was den Erholung suchenden Gast hier erwartet, ist dennoch alles andere als unspektakulär – und unglaublich gut für Leib und Seele: wunderbare Luft, traumhafte Landschaften, dazu traditionelle Küche und natürlich: echte Bayern. Eine Spezies, die in den bayerischen Großstädten nunmehr selten zu finden ist, in den bayerischen Alpen aber noch häufig beobachtet werden kann.

Königlicher Weitblick

Es war König Ludwig II. höchstselbst, der am 21. April 1884 das „Gesetz die Landeskultur- Rentenanstalt betreffend“ unterschrieb und damit der Gründung des Vorgängerinstituts der heutigen Bayerischen Landesbodenkreditanstalt (kurz: BayernLabo) seinen offiziellen Segen gab. Der Anstoß für die Gründung war bereits 1876 durch die fränkischen Landwirte erfolgt. Eine „Landescultur-Rentenbank“, so ihre Forderung, sollte die notwendigen strukturellen Verbesserungen in der bayerischen Landwirtschaft finanzieren, deren Erträge steigern und so die Versorgung der sprunghaft ansteigenden Bevölkerung in den Städten sichern. Eine weise Entscheidung – und sicher ein wichtiger Grundstein für die heutige Prosperität des Freistaates und die erfolgreiche Tätigkeit des Förderinstituts BayernLabo.

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