Verantwortlich handeln

Tandems, die die Welt verändern

Auch Erik Pilars de Pilar und sein Jobling Hasan Celikkayali waren als Team erfolgreich. Das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit: ein Ausbildungsplatz bei Intersport für Hasan Celikkayali und eine außergewöhnliche Erfahrung für Erik Pilars de Pilar.

Gibt es eine Glücksformel für die Zufriedenheit im Job? Ja, es gibt sie. Im Grunde bedarf es nur einer Zutat: Wir sind glücklich, wenn wir Erfolgserlebnisse haben. Ein gelungener Geschäftsabschluss, überzeugendes Projektmanagement, positives Feedback aus dem Kollegen- oder Kundenkreis. Solche Erfolge sind der Motor, der jeden einzelnen von uns antreibt.

Dies ist die Geschichte eines ganz besonderen Erfolgserlebnisses. Die BayernLB-Mitarbeiter Andrea Klüner, Erik Pilars de Pilar und Markus Stark haben auch außerhalb der eigenen Bürowände Bleibendes geschaffen. Und, ja durchaus, sie haben unsere Welt ein Stück besser gemacht. Es ist aber vor allem die Welt dreier Jugendlicher aus München, die heute vor einem Jahr noch orientierungs- und perspektivlos waren und keine geeignete Ausbildungsstelle finden konnten.

Hier Andrea Klüner (44), Erik Pilars de Pilar (45) und Markus Stark (40), Abteilungsdirektorin, Abteilungsdirektor und stellvertretender Abteilungsdirektor bei der BayernLB. Dort Jugendliche wie Hasan Celikkayali (19) und Omar Mahmud (18). Junge Menschen, vor gar nicht langer Zeit noch meilenweit von einer beruflichen Perspektive entfernt. Diese so unterschiedlichen Personen, die sich im „echten Leben“ wohl eher nicht begegnet wären, teilten 2011 großartige Erfahrungen miteinander – oder besser: Erfolgserlebnisse. Das Erfolgserlebnis der Jugendlichen: Mein Schicksal ist anderen nicht egal. Die Erkenntnis der BayernLB-Mitarbeiter: Wer Mitmenschen Gutes tut, tut auch sich selbst Gutes. Zusammengebracht hat sie die Initiative „JOBLINGE“.

Qualifizierung und Förderung als Sprungfedern

JOBLINGE ist eine gemeinnützige Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit. Im Jahr 2007 von der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG gegründet, verschafft die lokal in Form gemeinnützigen Aktiengesellschaften (gAGs) organisierte Initiative jungen Menschen Anschluss an die Arbeitswelt. „Wir verbinden Qualifizierung in der Praxis mit persönlicher, individueller Förderung sowie der konkreten Chance, sich einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz aus eigener Kraft zu erarbeiten“, sagt Manfred Theunert, ehrenamtlicher Aufsichtsratsvorsitzender der JOBLINGE gAG München. „Dieses sechsmonatige Programm macht den Jugendlichen Mut, schafft Perspektiven und integriert sie in die Gesellschaft“, so Theunert.

Zu diesem Konzept gehört ein weiterer, ganz essentieller Baustein: ein „externer“ Mentor für die teilnehmenden Jugendlichen mit Lebens- und Berufserfahrung. Und hier kommen Andrea Klüner, Erik Pilars de Pilar und Markus Stark von der BayernLB ins Spiel. Wie schon ihre BayernLB-Kollegen Christine Kumeth und Dr. Walter Prem seit 2009 bzw. 2010 standen sie 2011 ihren Joblingen sechs Monate lang immer zur Seite. Hörten zu. Motivierten. Halfen vor allem in schwierigen Phasen, am Ball zu bleiben. Waren immer für ihren Jobling – oder Schützling – da.

Nicht nur „geben“, sondern auch „bekommen“

Markus Stark von der BayernLB und sein Schützling Omar Mahmud. Sechs Monate stand er ihm als Berater zur Seite. Mit Erfolg: Heute macht Omar Mahmud eine Ausbildung zum IT-Kaufmann bei BMW.

Wie im Bilderbuch lief es für Mentor Markus Stark und seinen Schützling Omar Mahmud. „Ich erkannte schon früh, dass mein Jobling ,etwas drauf’ hat und wo er hinmöchte. Kurz: Mir war schnell bewusst, dass Omar es schaffen wird. Im September 2011 bekam Omar dann ein Praktikum bei BMW, bereits nach zwei Wochen wurde ihm eine Lehrstelle als IT-Kaufmann in Aussicht gestellt. Das war für mich das Highlight einer ganz außergewöhnlichen Erfahrung“, sagt Markus Stark, bei der BayernLB im Zentralen Einkauf tätig. Mittlerweile hat Omar die Ausbildung tatsächlich angetreten und glänzt mit Engagement und Lernwillen.

Was bleibt, ist für Markus Stark vor allem eines: „Dankbarkeit“. Ein überaus interessantes Fazit, hat er vordergründig doch „gegeben“ und nicht „bekommen“. Markus Stark erklärt den vermeintlichen Widerspruch: „Eine Jobling-Mentoren-Beziehung ist keine Einbahnstraße: Dieser Blick über den Tellerrand unmittelbar darauf, was in unserer Welt eigentlich passiert und wie einfach sich Dinge entwickeln können, war unglaublich wertvoll für mich. Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen und aus diesem Grund werde ich mich weiterhin als Mentor bei den Joblingen engagieren, um weitere Jugendliche mit Rat, Anerkennung und Ansporn aktiv zu begleiten.“

Auf eine Quintessenz wie diese hatte Dr. Edgar Zoller, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der BayernLB, natürlich gehofft, als er das Engagement der Bank für die Initiative JOBLINGE Anfang vergangenen Jahres unterstützte. „Während der Hochlohnstandort Deutschland nach immer besser ausgebildeten Mitarbeitern verlangt, sinken die Chancen für Niedrigqualifizierte unaufhaltsam. Hier ein Gegengewicht zu schaffen empfinden wir als Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Wenn die Mitarbeiter unserer Bank mithelfen können, gering qualifizierten arbeitslosen Jugendlichen endlich einen passgenauen Start ins Berufsleben zu ermöglichen, dann unterstützen wir das vorbehaltlos.“

Zuhören, Vertrauen aufbauen, da sein

Einen passgenauen Start in Berufsleben hat die JOBLINGE gAG dem Jobling von BayernLB-Mitarbeiterin Andrea Klüner nicht ganz ermöglicht – aber einen enormen Schritt dahin. „Er hat sich im Laufe des Joblinge-Programms entschieden, den Realschulabschluss nachzuholen. Hierdurch verbessert er seine Chancen für die Ausbildungsberufe, die ihn interessieren, deutlich“, sagt Andrea Klüner, bei der BayernLB im Bereich Group Risk Operations tätig. Ihr Resümee ist positiv: „Ich empfand die Betreuung des Joblings als hochspannend, aber auch herausfordernd. Die Herausforderung bestand zunächst darin, zuzuhören, eine Vertrauensbasis zu schaffen, einfach ,da zu sein’. Danach ging es darum, Resignation in Mut umzuwandeln, Stärken herauszuarbeiten, Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, berichtet Andrea Klüner.

Mentoren wie diese Mitarbeiter der BayernLB sowie Unternehmen selbst sind es demnach, die das Konstrukt „JOBLINGE“ tragen. Konkret funktioniert es so: Die JOBLINGE-Dachorganisation, die BCG und die Eberhard von Kuenheim Stiftung gemeinsam gegründet haben, unterstützt die zurzeit noch sechs gAGs in München, Bayerwald, Berlin, Frankfurt am Main, Köln und Leipzig bei ihrer täglichen Arbeit. Dort bringen sich jeweils Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ein. Unternehmen und Kommunen engagieren sich als (Gründungs-) Aktionäre und stellen das Kapital für den JOBLINGE-Standort in ihrer Stadt bereit. Ehrenamtliche Vorstände und Aufsichtsräte unterstützen, lenken und stellen ihr Netzwerk zur Verfügung. Unternehmen bieten Praktikums- oder Ausbildungsplätze oder beteiligen sich mit ihren Mitarbeitern am Mentoring- und Trainingsprogramm. Als Finanzierungspartner der einzelnen JOBLINGE gAGs ermöglicht zu einem wesentlichen Teil die öffentliche Hand das soziale Engagement vor Ort.

Die Krönung einer außergewöhnlichen Erfahrung

Ein erfolgreiches Team. V. l.n.r. Anja Reinhard (Leitung JOBLINGE gAG), Thomas Igl (Ausbilder Informatikkaufleute Bildungsakademie der BMW Group), Jobling Omar Mahmud (BMW-Auszubildender zum Informatikkaufmann), Mentor Markus Stark (Team Einkauf Dienstleistungen der BayernLB), Manfred Theunert (ehrenamtlicher Vorsitzender des Aufsichtsrats der JOBLINGE gAG)

Ein starkes Netzwerk, das auch Hasan Celikkayali Halt gab. Der 19-jährige ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, seine Eltern sind in der Türkei geboren. „Damals“, im Juli vergangenen Jahres, waren die Zukunftsaussichten für Hasan ungewiss – nach einem Hauptschulabschluss ohne „Quali“ hatte er eine Lehre als Verkäufer abgebrochen. Über das JOBLINGE-Programm kam er mit seinem Mentor Erik Pilars de Pilar zusammen, BayernLB-Mitarbeiter im Bereich Aircraft Finance. „Ich habe mich als Zuhörer, Rat- und Impulsgeber, Motivator und auch Kritiker gesehen, mit dem der Jobling vertraulich, offen und exklusiv sprechen konnte“, sagt Erik Pilars de Pilar. Die Herausforderung war für ihn offenkundig: „Der Jobling weiß oftmals nicht bewusst um seine Stärken und Schwächen. Selbstbild und Fremdbild gehen auseinander. Und er benötigt mehr Selbstvertrauen und Mut zum Eigenmarketing.“ Genau hier die Hebel anzusetzen, fruchtete schließlich: Im September 2011 machte Hasan ein Praktikum bei „Intersport“. Und das überaus erfolgreich, denn am 1. Oktober 2011 begann der 19-Jährige seine Ausbildung als Verkäufer. „Für mich die Krönung einer außergewöhnlichen Erfahrung. Diese bestand vor allem darin, einen Menschen aus einem anderen sozialen und gesellschaftlichen Umfeld kennenzulernen, diesen Menschen nicht nur nach einem oberflächlichen Eindruck zu bewerten und ihn so anzunehmen, wie er ist“, lautet die Bilanz von Erik Pilars de Pilar, der inzwischen seinen zweiten Jobling als Mentor begleitet.

Drei glückliche Joblinge, drei glückliche BayernLB-Mitarbeiter. Da liegt das Fazit von Dr. Edgar Zoller nahe: „Die BayernLB unterstützt diese wertvolle Initiative auch in Zukunft.“

BayernLB Geschäftsbericht (PDF | 12,6 MB) Downloadcenter

Verschiedene Downloads
Download